Patienten mit Messie-Syndrom

Wer kennt das nicht: die Hausarbeit wächst einem über den Kopf; Wäscheberge; schmutziges Geschirr; Abfall, der noch sortiert werden müsste; Pfandflaschen, Altglas und Kartons; kaputte Sachen, die aber zu schade sind zum Wegwerfen; Post und Zeitungen, die noch gelesen werden sollen, aber schon wochenlang herumliegen und und und…

Irgendwann ist dann der Zeitpunkt zum Aufräumen verpasst und man steht vor einem unlösbaren Problem. Kommen zusätzlich noch seelische oder körperliche  Erkrankungen oder Einschränkungen ins Spiel, kann man sich irgendwann nicht mehr selber helfen.

Auch hier können wir vom HSB e.V. einspringen.

Meine Kollegin und ich haben vor kurzem gemeinsam einer Patientin, die an einer starken Depression und weiteren Erkrankungen leidet, aus ihrem Messie-Chaos befreit

Mit einer großen Putz- und Aufräumaktion haben wir wieder für eine saubere und ordentliche, lebenswerte Wohnung gesorgt, in der unsere Patientin wieder aufatmen und neu anfangen kann. Wir haben Tage gebraucht, aber es hat sich mehr als gelohnt: unsere Patientin war erleichtert und begeistert, was wir für sie geschafft haben. Wir haben vorher und nachher Fotos machen dürfen. Und es ist nicht übertrieben, dass unsere Patientin zu Tränen gerührt war und uns vor Dankbarkeit fast um den Hals gefallen wäre. (Das ging aber wegen den Corona-Abstandsregeln natürlich nicht.)

Eine Patientin so zu erleben und mitzubekommen, wie sehr wir ihr helfen konnten, war jede Mühe und jeden Abfallsack wert.

So sind auch extreme Einsätze positive Erfahrungen in unserem Berufsalltag und machen unsere Arbeit so sinnvoll und wichtig.

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